Große Chancen für Startups und IT-Unternehmen: Das Bundesministerium für Umwelt (BMU) veranstaltet einen Wettbewerb (siehe #mobilwandel2035) zur Forschungsförderung über ein Zielbild der Mobilität im Jahre 2035.

Co working space C Photo by fauxels from Pexels 640Coworking space (C) Photo by fauxels from Pexels
Der Wettbewerb ist in zwei Phasen gegliedert. In Phase 1 stellen die Teilnehmer ihre Vorstellung über die Mobilität im Jahre 2035 vor und wie sie dieses Zielbild erreichen wollen unter Partizipation aller beteiligten Gruppen der Gesellschaft. Dazu war zunächst eine 10-seitige Projektskizze bis 15.11.2020 einzureichen. Aus den eingereichten Projektskizzen werden 10 Projektideen ausgewählt, die mit bis zu 150.000 € gefördert werden. Für die 10 Gewinner geht die Phase der Planung dieser Projektideen bis zum Frühjahr 2022. Danach erfolgt die Phase 2, in der die Projektideen umzusetzen sind. Hierbei werden nur noch 5 der 10 Projektideen der Phase 1 mit insgesamt 4 Mio Euro gefördert.

Die datagon GmbH hat sich an dem Wettbewerb beteiligt und gemeinsam mit Experten der modalsplitwerkstatt eine Projektskizze eingereicht. Voraussetzung für private Unternehmen ist die Mitwirkungserklärung einer Gebietskörperschaft, mit der das Zielbild entwickelt wurde. Hier haben wir mit dem Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt einen Kooperationspartner finden können.

Technischer Ansatzpunkt für das datagon-Zielbild ist die Nutzung des Mobilitätsinformationssystems MOTIS, ein Open Source Produkt, das ursprünglich durch die datagon GmbH und die TU Darmstadt mit Unterstützung durch die Deutschen Bahn entwickelt worden war. Neben der Fähigkeit des Systems, verschiedene Kriterien bei der Ermittlung von Verbindungen zu berücksichtigen (multi-kriterielle Auskunft) und intermodale Reiseketten zu ermitteln, besteht die Innovation des vorgelegten Projektentwurfs in der Steuerung der Kapazität des ÖPNV auf Basis reisendenstrom-basierter Mobilitätskennzahlen. Sie können Verkehrsplaner und -disponenten dabei unterstützen, Investitionen in den ÖPNV langfristig zu planen sowie kurz- und mittelfristig Kapazitätsengpässe durch problemorientierte Analysen der Reisendenströme zu verhindern bzw. abzumildern.

Zur Grundfunktionalität von MOTIS gehört bereits, Reisenden bei aktuellen Störungen und Verspätungen Informationen zu geben und intermodale Reisealternativen anbieten. Die intermodalen Funktionalitäten sollen durch Berücksichtigung von On-Demand-Verkehren und Nutzung von Mitfahrangeboten (Ridesharing) ergänzt werden.

Über die eingereichten Projektanträge entscheidet ein Expertengremium beim BMU (Bundesministerium für Umwelt) bis Mai 2021.